Harald Parigger

Im Schatten des schwarzen Todes / 3. Dez. 2008

Foto: Parigger

Geboren in der nördlichsten Stadt Deutschlands, in Flensburg, dort auch zur Schule gegangen, aber immer mit einer heimlichen Sehnsucht nach dem Süden. Studentenzeit in Würzburg, Staatsexamen, Promotion in Geschichte, danach Lehramts-Azubi in Coburg und Bamberg, Lehrer in Bamberg und Bayreuth. Einige Zeit später Lust auf etwas Neues: Fünf Jahre Arbeit am Haus der Bayerischen Geschichte in München. Dauerhaft von der Schule nicht losgekommen: Erst Seminarlehrer, ab 2000 Leiter des Gymnasiums Grafing.
Lebt mit Frau und Sohn bei Rosenheim, mit Alpenblick und nicht allzu weit weg von Italien, wohin er wegen der immer noch ungestillten Sehnsucht nach dem Süden so oft wie möglich fahrt. Liebt Olivenbäume, Rotwein, gutes Essen, klassische Musik und Gedichte. Hat schon als Kind gern gelesen und geschrieben und Geschichten erzählt; daran hat sich bis heute nichts geändert. Ist fasziniert von der Vergangenheit des Menschen, weil er in ihr stets die Gegenwart entdeckt. Findet, dass Geschichten alles sein dürfen, nur nicht unecht und nicht langweilig.

Beim Literaturherbst.Krumbach liest er aus dem 2001 erschienenen Buch: Im Schatten des Schwarzen Todes

Zum Inhalt:

Thomas saß an einem Seitenarm des Flusses und starrte in das reglose Wasser. Die Angst vor dem schwarzen Tod war geblieben. Bis heute hatten seine Finger keine Schwellung gespürt. Doch was war morgen? Oder übermorgen? Oder in einer Woche? 1348 - ein schwarzes Jahr in der Geschichte Europas: Die Pest bricht aus und fordert Abertausende von Opfern. Viele sind auf der Flucht, um ihr nacktes Leben zu retten. Darunter auch die beiden Jugendlichen Thomas und David. Sie kennen einander nicht, begegnen sich nur ein einziges Mal und doch verdankt der eine dem anderen schließlich sein Leben: Thomas, einstmals Novize in einem Kloster, schließt sich zunächst einer Gruppe von Vagabunden an, die raubend und stehlend durch die Lande ziehen. Doch dieses Leben ist ihm bald zuwider. Da gerät er in einen Zug von Geißlern, merkwürdige Gesellen, die durch Selbstbestrafung versuchen Gott gnädig zu stimmen und so der tödlichen Seuche zu entgehen. Ihr Ziel ist Mainz. Noch weiß Thomas nicht, dass auch ein jüdischer Junge namens David Mainz ansteuert, um dem über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Arzt Abraham eine Handschrift zu übergeben, deren Inhalt unschätzbaren Wert hat: Eine medizinische Abhandlung, die – richtig angewandt – dem schwarzen Tod ein Ende bereiten könnte. Aber das kostbare Schriftstück wird ihm gestohlen! Sind nun alle Hoffnungen dahin? Hintergrund: Zu Beginn des 17. Jahrhunderts nimmt die Verfolgung von Menschen, die sich angeblich dem Teufel verschworen haben, vor allem in den süddeutschen Bistümern unvorstellbare Ausmaße an. Machtbesessene Kirchenfürsten, fanatische Theologen, pflichtbewusste Beamte bekämpfen ein Verbrechen, an das schon damals längst nicht mehr alle glaubten. Trotzdem. Der Aberglaube in der Bevölkerung war groß. Not, Angst und Neid genauso. Und wo einfache Denunziation genügte, um Frauen, Männer, Kinder, Arme und Reiche, Hohe und Niedrige der Inquisition auszuliefern, wurden Unzählige Opfer der brutalen Hexenjustiz. Die Leidensgeschichte der Ursula Lambrecht ist eine von Tausenden. Wie die meisten Personen in diesem Roman hat Ursula tatsächlich gelebt.

Pressestimmen:

»Eine spannende und historisch genaue Schilderung vergangener Zeiten.« (Bulletin Jugend & Literatur)

»Packend und aufrüttelnd, in einfacher Sprache erzählt Parigger das Schicksal der beiden Jugendlichen in parallelen Handlungssträngen. Sie sind Identifikationsfiguren für die jüngeren Leser, mit ihren Ängsten vor der Krankheit, mit Thomas‘ Gotteszweifeln, mit Davids erwachenden sexuellen Begierden und schließlich mit ihren Entscheidungen, den Mitmenschen trotz aller Gefahr beizustehen.« (Kultur in der Region)