Gerhard Polt

Soloprogramm
Stadtsaal Krumbach, 29.11.2010

Foto: Wolfgang Mennel

 

Gerhard Polt wuchs als Sohn eines Rechtsanwaltes im katholischen Wallfahrtsort Altötting und in München auf. Er studierte Skandinavistik und Altgermanistik in Göteborg und München und arbeitete als Übersetzer. Heute lebt Polt in Neuhaus (Gemeinde Schliersee).
Gerhard Polt begann seine Karriere mit der Hörspielproduktion des Hessischen Rundfunks Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau. Darin spielte er die Rollen von mehr als 30 verschiedenen Personen, die durch Maßnahmen der Stadtsanierung aus ihrer angestammten Umgebung, der Münchner Amalienstraße, vertrieben werden. Seinen ersten Bühnenauftritt hatte Polt 1975 mit dem kabarettistischen Programm der Kleinen Nachtrevue in der Münchner Kleinen Freiheit. Es folgten große Publikumserfolge an den Münchner Kammerspielen (u. a. Diridari und Tschurangrati) die er mit Co-Autor und Regisseur Hanns Christian Müller realisierte und in denen u. a. auch Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl und Gisela Schneeberger mitwirkten.
Einem größeren Publikum bekannt wurde Polt durch seine zwölfteilige Sketchreihe Fast wia im richtigen Leben. Seine Partnerin in diesen vom Bayerischen Rundfunk produzierten und 1979 erstmals ausgestrahlten Sendungen war Gisela Schneeberger. Es folgten (ebenfalls in Zusammenarbeit mit Hanns-Christian Müller) Kinofilme wie Kehraus, Man spricht deutsh und Germanikus.
1979 wurde ein Manuskript Polts für die Sendung Einwürfe aus der Kulisse, durch Redakteure des ZDF, um einige kritische Stellen über Friedrich Zimmermann (Old Schwurhand) gekürzt. Polt revanchierte sich ein Jahr später bei der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises, der vom ZDF übertragen wurde. Ihm war jedoch erneut verboten worden Zimmermann zu erwähnen. So verbrachte er die ihm als Preisträger für eine Rede eingeräumten 25 Minuten damit zu füllen, dass er schwieg oder darauf hinwies, wie viele Minuten seiner Redezeit bereits vergangen waren .[2] Ebenfalls 1980 tritt er als Gast in der ersten Folge des Scheibenwischer auf. Bei diesem Auftritt nahm er erneut Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem ZDF und sprach über Satire im Fernsehen und zitierte den Programmdirektor mit der Aussage "die Satire soll die Wirklichkeit nicht überzogen widerspiegeln". In seinen Rollen spielt Polt oft den engstirnigen und unreflektierenden Normalbürger, der mit Selbstverständlichkeit seine Meinung kund tut. Aber auch Intellektuelle, Beamte oder Politiker mit ihren Rollenklischees werden von ihm pointiert dargestellt.
Viele seiner Bühnenauftritte absolviert Polt zusammen mit der Biermösl Blosn.
Polts Vorlieben sind das Königreich Schweden und „ein schöner Premieren-Schweinsbraten“ (O-Ton).
"Sagen Sie uns doch mal, so kurz vor der Wahl, was macht Sie richtig wütend?"
" Jetzt schaut's mal, was mich momentan beunruhigt. Die wollen in Deutschland alle Speisewagen von der Mitropa abschaffen. Wo kriegt man dann sein Bier? Aber die meisten Leute wollen ja gar kein Bier im Zug, die sitzen vor ihren Laptops und arbeiten. Dabei fährt man doch im Zug, um rauszugucken und a Bier zu trinken. Das ist der eigentliche Skandal. Da sieht man, wie's um Deutschland steht."

Weitere Informationen finden Sie auf der "höchst inoffiziellen Gerhard-Polt-Seite:

www.biermoesl-blosn.de/polt