Michael Kaeuffer und Stefan Barcsay - Vergil

Rezitation mit Musikbegleitung
16.10.2010 in der Apostelkirche Krumbach

Michael Kaeuffer, Lehrer, Musiker und Märchenerzähler.
Er lebt in Langenhaslach bei Krumbach.

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© wolfgang mennel

Stefan Barcsay, Konzertgitarrist und Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach.

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© wolfgang mennel

Aeneas - Reise in die Unterwelt Vergil, einer der wichtigsten lateinischsprachigen Autoren der Antike, verfasste mit seiner Aeneis ein monumentales Gründungsepos Roms. Wie Odysseus oder Herakles in der griechischen Sage, muss auch Aeneas eine Reise in die Unterwelt auf sich nehmen. Dabei erhalten wir im sechsten Kapitel sowohl eine Schilderung altrömischer Begräbnisriten, wie auch eine Darstellung der Jenseitsvorstellungen der Zeit. Michael Kaeuffer trägt ausgewählte Textpassagen vor. Der Gitarrist Stefan Barcsay wird diese Reise mit Stücken begleiten, die im Andenken an verstorbene Komponisten entstanden sind, oder Tod und Vergänglichkeit zum Thema haben. Aeneis ca. 29–19 v. Chr. Die Aeneis ist das Hauptwerk Vergils sowie das bedeutendste und berühmteste Werk der lateinischen Dichtkunst. Es zeichnet sich aus durch die hohe Sprachkunst, die seelische Durchdringung der Gestalten, den ausgewogenen Aufbau und die tiefgründige theologische Geschichtsdeutung. Schon kurz nach seiner Entstehung wurde es zur Pflichtlektüre eines jeden römischen Schülers erhoben. Inhalt: Vergil schildert in zwölf Büchern das Schicksal des Aeneas von der Eroberung Trojas bis hin zum Sieg über den italischen Rutulerfürsten Turnus. Die ersten sechs Bücher handeln von den Irrfahrten des Aeneas bis kurz vor der Landung in Latium, die folgenden sechs enthalten, wie die Ilias (2. Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr.) des Homer, Schilderungen von Kämpfen. Sie enden mit der Niederwerfung der Gegner, welche die Ansiedelung der Fremden vereiteln wollten; der Weg für die Gründung der Stadt Lavinium ist nun frei. Von hier aus soll die Stadt Alba Longa, dann Rom selbst gegründet werden, das unter der Regierung der julischen Familie und in der Friedensherrschaft des Aeneas Nachfolgers Augustus einem Goldenen Zeitalter entgegenschreitet; Kaiser Augustus gehörte infolge der Adoption durch Caesar zum julischen Geschlecht, das seine Abstammung auf Venus, die Mutter des Aeneas, zurückführte. An zwei Stellen bezieht sich Vergil ganz deutlich auf das Imperium Augusti: Bei dem Abstieg des Aeneas in die Unterwelt mit der Heldenschau (Buch VI) und der Schildbeschreibung (Buch VIII) wird das Reich des Prinzeps Augustus als die Erfüllung des vom Schicksal bestimmten Verlaufs der römischen Geschichte dargestellt. Die Verherrlichung des Augustus in der Aeneis ist offensichtlich und lässt das Werk weniger als Heldenepos, sondern vielmehr als ein vaterländisches, religiös-politisches Epos erscheinen, das sich an der Neuordnung des Reichs durch Augustus orientiert und auf die künftige Größe des römischen Volks hindeutet. Wirkung: Das Werk fand schon zu Lebzeiten des Dichters höchste Bewunderung. Vergil wurde in der gesamten Antike fortan zum großen Vorbild für alle Dichtung. Die Nachwirkung Vergils reicht von der Renaissance bis in die Neuzeit. Der tragische Dido-Stoff, der die Liebe des Aeneas zur karthagischen Königin Dido thematisiert, auf die er zu Gunsten seines Schicksalsauftrags verzichtet, fand Eingang in Malerei, Oper und Drama.
Mehr Informationen über Stefan Barcsay: www.stefan-barcsay.de