Ein Boot, ein Fisch, ein Loch im Netz …

Ein Puppenkünstler erzählt vom Fischer und seiner Frau
Von Elisabeth Schmid

Das Moussong Theater gastierte mit diesem Stück von den Gebrüdern Grimm im Heimatmuseum Krumbach, im Rahmen des Literaturherbstes. Sven Moussong spielte mit seinen Stabpuppen das ganze Stück alleine für die Kinder und Erwachsenen. Das Moussong Theater gibt es seit 1991 in Augsburg. Der Schauspieler macht seine Puppen, die Bühne und die Texte selber, alles mithilfe seiner Frau Kerstin. Beide Schauspieler leben für das Theater.

In Krumbach führten sie ein bekanntes Stück auf: Ein armer Fischer lebt mit seiner Frau Ilsebill in der Nähe des Meeres. Sie wohnen in einem „Pisspott“. Eine kleine Möwe ist der beste Freund von Ilsebill. Eines Tages fängt der Fischer namens Hans einen Fisch, der ihn bittet, ihn wieder ins Meer zu werfen. Der Fischer tut es. „Einen Fisch, der spricht, würde ich sowieso nie essen“, meinte er gutmütig. Seiner Frau erzählt er das alles. Sie ist der Meinung, dass sich der Fischer dafür etwas wünschen könnte. Na gut, der Fischer geht ans Meer und ruft den Fisch: „Manntje, manntje Timpe Te, Fischlein, Fischlein in der See, meine Frau die Ilsebill will nicht so wie ich gern will.“

Der Fisch schenkt ihnen ein Häuschen. Ilsebill will immer mehr, Ilsebill ist nie zufrieden, sie wird immer gieriger und Hans muss immer wieder den Butt rufen. Zum Schluss will seine Frau Gott sein. Die Fischersfrau ist mittlerweile so hochnäsig und eingebildet, dass sie ihren Mann fast nicht erkennt, die kleine Möwe wird davongejagt. Der Fischer ist völlig verzweifelt, er schämt sich. Als er zum See geht, kommt ein großer Sturm auf, es bebt, es grollt, Äste krachen – einige Kinder im Publikum bekommen es mit der Angst zu tun und flüchten sich auf den Schoß ihrer Mütter.

Sven Moussong ist während der Aufführung pausenlos tätig, er baut ein kleines Häuschen auf, er baut daraus ein Schloss, er spielt die Rollen völlig authentisch und vermittelt den Besuchern Spannung. Zum Schluss sitzen der Fischer und seine Frau wieder in ihrem Pisspott. Traurig sind sie aber nicht, denn so nach Moussong: „Geld allein macht nicht unbedingt glücklich.“

Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten, 13.10.2018